Das föderale Parlament hat im Dezember 2025 eine wichtige Änderung im Steuerrecht beschlossen: Die Steuerermäßigung für Spenden an anerkannte Organisationen wird von 45 % auf 30 % reduziert. Diese neue Regelung gilt ab dem Steuerjahr 2026 und wirkt rückwirkend ab dem 1. Januar 2025.
Damit ändert sich ein zentrales Instrument zur Förderung von Spenden – und das in einer Zeit, in der viele Organisationen ohnehin vor finanziellen Herausforderungen stehen.
• Für Spenden ab 2025 beträgt die Steuerermäßigung nur noch 30 % des gespendeten Betrags (statt bisher 45 %)
• Die übrigen Bedingungen bleiben unverändert
• Spenden müssen weiterhin mindestens 40 Euro pro Jahr und pro anerkannter Organisation betragen, um steuerlich berücksichtigt zu werden
Für Spender bedeutet das: Der steuerliche Vorteil fällt deutlich geringer aus als bisher.
Die Anpassung kommt nicht überraschend. Sie war bereits im föderalen Regierungsabkommen vorgesehen, das ausdrücklich eine Senkung der steuerlichen Begünstigung für Spenden vorsah.
Dennoch erfolgt diese Maßnahme in einem sensiblen Kontext: Viele Organisationen stehen unter finanziellem Druck und sind auf Spenden angewiesen, um ihre Aufgaben im Allgemeininteresse erfüllen zu können.
Aus Sicht des nicht-kommerziellen Sektors ist diese Entwicklung problematisch. Steuerliche Anreize spielen eine wichtige Rolle, um Solidarität zu fördern und die Arbeit von Organisationen langfristig abzusichern.
Entsprechend wurden bereits im Vorfeld Vorbehalte geäußert. Es ist entscheidend, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Engagement unterstützen – und nicht bremsen.
Positiv ist jedoch: In den Verhandlungen zum föderalen Regierungsabkommen stand zeitweise sogar die vollständige Abschaffung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden im Raum. Dass es dazu nicht gekommen ist, kann als wichtiger Erfolg gewertet werden.
Die reduzierte Steuerermäßigung könnte sich mittel- bis langfristig auf das Spendenverhalten auswirken. Für viele Organisationen stellt sich daher die Frage, wie sie ihre Finanzierung künftig sichern können.
Umso wichtiger wird es sein, die Bedeutung ihrer Arbeit noch sichtbarer zu machen und Unterstützer weiterhin zu überzeugen.
Wir behalten die weiteren Entwicklungen im Blick und informieren euch, sobald es neue Erkenntnisse gibt.